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Wolfgang Hilbig: Das Provisorium. Fischer 2000 Hardcover; 320 S. 39,80 DM=20,35 €( |
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| Selten finden sich in unseren Tipps Bücher, die sowieso schon auf den Bestsellerlisten stehen. Sollte dies - wie hier - der Fall sein, zeugt das von einer speziellen Qualität des Titels. Wolfgang Hilbig hat es natürlich als ehemaliger DDR-Schriftsteller, der auch noch in einem sehr weiten Sinne mit dem "Bitterfelder Weg" in Beziehung gesetzt wird, im gesamtdeutschen Literaturbetrieb entsprechend schwer, aber mit "Das Provisorium" sollte ihm entgültig der Durchbruch gelungen sein. Ein Schriftsteller aus Leipzig fährt in den 80er Jahren nach Westdeutschland und "verpasst" die Rückkehr. Dabei ist es keineswegs so, dass ihm der Westen so ausgezeichnet gefällt; er fühlt sich im Gegenteil als Fremder, der sein Fremdsein mit Alkoholexzessen bekämpfen muss. Auch ein Liebesverhältnis wird von den unterschiedlichen gesellschaftlichen Prägungen zermürbt. Es fällt nicht schwer, in der Gestalt der Hauptfigur zumindest teilweise Wolfgang Hilbig selbst zu sehen, der 1985 in den Westen kam. | ||
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H.-U. Ludewig/D. Kuessner: "Es sei also jeder gewarnt" Das Sondergericht Braunschweig 1933 -1945. Selbstverlag 2000 319 S.; 48,00 DM=24,54 €( |
| Das Buch füllt eine Lücke, eine wichtige Institution im nationalsozialistischen Machtgefüge wird hier sehr umfassend dargestellt. Das Buch ist somit nicht nur die Geschichte der Justiz, es ist auch eine Alltagsgeschichte. Anschaulich wird, wie das Leben zu der Zeit war: Das Leben der Opfer, das Leben der Täter. Deweiteren wird dargestellt, wie es nach 1945 weiterging, was aus wem wurde - und daß die, die an der Verbreitung von Furcht und Schrecken beteiligt waren, auch später nicht allzuiel zu befürchten hatten. | ||
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Vladimir Nabokov:
Lolita. Der Hoerverlag 1998 2 Cassetten; 150 Min. 35,00 DM = 17,90 €( |
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| "Nicht ich bin berühmt, sondern Lolita.", sagte Vladimir Nabokov. Für alle jene, die den Klassiker noch nicht gelesen oder als Film gesehen haben oder nicht genug davon bekommen können, gibt es diese Hörspielfassung. Der eigentliche Protagonist ist zwar eher Hubert Humbert bzw. es ist seine Obzession der "Nymphe" Lolita. Wer allerdings ein obszönes Werk im Sinne von Schmuddelliteratur erwartet, wird enttäuscht sein. | ||
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Fazıl Hüsnü Dağlarca:
Steintaube/ Taş güvercin. Deutsch-Türkisch. Unionsverlag 1999, geb. 137 S.; 28,00 DM=14,32€( |
| Dağlarca ist wohl DER türkische Lyriker der Gegenwart. 1914 als Sohn eines Offiziers geboren, trat er 1935 zunächst auch in die Armee ein, um 1950 freiwillig in den Ruhestand zu treten. Er veröffentlichte schon früh Gedichte, aber er blieb bei der Lyrik - im Gegensatz zur üblichen Entwicklung türkischer Schriftsteller. Und er entwickelt einen eigenen Stil, ohne einer "Schule" anzugehören. Dağlarca ist Kemalist und Patriot bzw. türkischer Nationalist und mit seinen 86 Jahren immer noch aktiv. | ||
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