John Irving:
Witwe für ein Jahr.
Diogenes 1999; 768 S.; 49,90 DM = 25,47 €( )
Die Fangemeinde von John Irving kann sich freuen, denn es gibt ein neues voluminöses Werk des Autors mit Vorliebe für
tragisch- humorvoll- absurde Situationen. Sein neunter Roman handelt von Liebe, Eltern und Kindern, verletzliche und starke
Frauen, Schriftstellern. In drei Teilen schildert Irving die Geschichte der Ruth Cole. Es sind drei Wendepunkte ihres Lebens: Im
ersten Teil im Jahre 1958 ist Ruth 4 Jahre alt und lebt auf Long Island. Im zweiten Teil, 1990, begegnen wir ihr als
Schriftstellerin in Frankfurt und Amsterdam mit viel Erfolg im literarischen und wenig Erfolg im persönlichen Leben. Im dritten
Teil, 1995, finden wir sie wieder in ihrem Geburtshaus auf Long Island. Sie ist jetzt 41 Jahre, Witwe, und verliebt sich zum
ersten Mal.Wie die Ankündigung des Verlags verspricht, ist auch dieser Irving-Roman komisch und aufwühlend, derb und
erotisch. |
Margret und Siegfried Jäger:
Gefährliche Erbschaften.
Aufbau Taschenbuch 1999; 216 S.; 16,90 DM = 8,64 €( ) Margret und Siegfried Jäger sind Mitarbeiter im "Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS)". In dieser
Veröffentlichung geht es um die schleichende Restauration rechten Denkens. Sie gehen aus von einer Analyse des Buches
"LTI" von Victor Klemperer, der die Sprache des "Dritten Reichs" - "Lingua Tertii Imperii" - untersucht und der bereits der
Meinung ist, sich auf die Sprache des "Vierten Reichs" - "Lingua Quartii Imperii" - einstellen zu müssen. Sie analysieren
hiervon ausgehend Diskursstrategien Rechtsextremer und das Zusammenwirken dieser mit "normalen" gesellschaftlichen
Diskursen. Im Zentrum steht der Extremismus der Mitte und rassistisches und völkisches Alltagsleben. Sie bleiben aber nicht
dabei stehen, sondern entwickeln Ansätze von praktischen Gegenstrategien sowohl im Bereich von Politik und Medien wie
auch dem persönlichen Bereich der alltäglichen Begegnung mit rassistischen Äußerungen. |