Inge Viett: Cuba libre bittersüß.
Edition Nautilus 1999, Paperback, 126 S.; 19,80 DM=10,12 €( ) "Jetzt muß ich hier weg, jetzt muß ich los, bevor ich zu einem kleinen, kalten Eisklumpen werde, gefroren nach der einzigen, ständigen Frage: Wie weiter?" Dieses Motiv für ihre Reise nennt Inge Viett ganz am Anfang ihres Berichtes. Eine tief empfundene Perspektivlosigkeit, die allerdings nicht in Resignation mündet, sondern in dem Versuch, etwas Neuem zu begegnen. Inge Viett: Mitglied der "Bewegung 2. Juni" sowie der RAF, Übersiedlung in die DDR, 1990 Verhaftung in Magdeburg, bis 1997 im Gefängnis. Dort - im Gefängnis - wurde ihr bereits eine Kuba-Reise nach der Entlassung von Freunden in Aussicht gestellt. Dies nimmt sie nun an und berichtet von ihren Erfahrungen aus einem Land im Schnittpunkt von sozialistischem Anspruch und kapitalistischer Globalisierung. Es ist eine Liebeserklärung mit bitteren Tropfen. |
Helmut Ortner/Arno Pilgram/Heinz Steinert (Hrsg.): Die Null-Lösung. New Yorker 'Zero-Tolerance'-Politik, das Ende der urbanen Toleranz? Nomos Verlag 1998, Paperback 261 S.; 29,80 DM=15,24 €( ) Giuliani, der Bürgermeister von New York - auf Grund seiner Herkunft und Politik "El Duce" genannt -, sowie der ehemalige Polizeichef Bill Bratton haben es scheinbar geschafft: Der Moloch New York wirkt nach einem "Krieg" gegen Kriminelle, Schwarzfahrer und Bettler "sauber". Deutsche Polizeipräsidenten klatschen Beifall pilgern mittlerweile dorthin, um die "Zero-Tolerance"-Strategie zu studieren. Aber löst pure Repression ein soziales Problem tatsächlich und auch noch auf Dauer? Wo sind die vielen Obdachlosen eigentlich gelandet? Und läßt sich, was in New York geschieht, auf deutsche Städte überhaupt übertragen? Die Autoren des Buches kommen zu dem klaren Schluß: Die "Zero-Tolerance"-Politik kann kein Vorbild sein. Das Problem in New York sind inzwischen nicht mehr die Looser, sondern es ist die Polizei selbst. |