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Borges ist wohl der bekannteste und einflußreichste lateinamerikanische Schriftsteller. Die Existenz eines Attributs wie borgesianisch ist dafür ein Ausdruck. Seine phantastischen Texte, apokryphen Konstrukte, sein Konzept der Belebung der Literatur durch den Leser / die Leserin sind moderner oder gar post-moderner als der Autor sich selber sah. Seine Metaphern, seine Labyrinthe haben Lateinamerika und die Welt bereichert. Jorge Luis Borges wurde am 24. August 1899 in Buenos Aires, Argentinien geboren. Er ist Sohn eines wohlhabenden argentinischen Vaters und einer aus England stammenden Mutter. Durch sie und durch die Ausbildung in Genf und dann in Cambridge sowie durch Aufenthalte in Deutschland, Spanien absorbiert Borges vielfältige Einflüsse. Ab 1921 als Ultraist wieder in Buenos Aires. Ab 1938 in einer Bibliothek beschäftigt. Zunehmender Erblindung. 1946 als Anti-Peronist entlassen. Von 1950 bis 1953 ist er Präsident des argentinischen Schriftstellerverbandes. Nach dem Sturz Perons wird er 1955 zum Direktor der argentinischen Nationalbibliothek ernannt. 1956, mittlerweile fast ganz erblindet, übernimmt er zum ersten Mal eine Professur für Englische Literatur an der Universität Buenos Aires, später auch Lehrtätigkeiten an verschiedenen Universitäten im Ausland. 1967 heiratet er Elsa Astete Millán, von der er sich schon drei Jahre später wieder trennt. 1973 Pensionierung als Bibliotheksdirektor. Anfängliche Unterstützung für den Militärputsch in der Hoffnung auf eine Regierung der Gentlemen (caballeros). 1986 Heirat mit Maria Kodama (damals 41). Verläßt Argentinien nach Genf. Stirbt kurz darauf am 14. Juni 1986 im Alter von 86 Jahren.
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Auswahl des literarischen Werkes.
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![[Babylon]](babylon.gif) |
Jorge Luis Borges: Lotterie in Babylon. Die schönsten Erzählungen. Ausgew. v. Fritz Arnold Wagenbach Verlag 1997; 157 S.; 26,80 DM = 13,70 € |
| "So viele gewaltige Ereignisse, umstürzende Abenteuer, so viele Schicksale, Lebensläufe, Untaten und Figuren wie in den 34 Erzählungen dieses Bandes wird es sonst zwischen Buchdeckeln kaum geben. Die schönsten und geheimnisvollsten Erzählungen des Meisters der phantastischen Literatur." |
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![[Fiktionen]](ficcion.jpg) |
Jorge Luis Borges: Fiktionen. Ficciones Erzählungen 1939 - 1944. Fischer Taschenbuch 1984; 187 S.; 16,90 DM = 8,64 € |
| Fiktionen. A. Hanke-Schäfer (s.o.), S. 77: "Mit diesem Buchtitel fand er den Obergriff für eine neue Gattung, die die phantastische Geschichte, wie sie im 19. Jahrhundert vorherrschte, ablöste." |
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![[Aleph]](dasaleph.jpg) |
Jorge Luis Borges: Das Aleph. El Aleph Erzählungen 1944 - 1952. Fischer Taschenbuch 1986; 167 S.; 16,90 DM = 8,64 € |
| A. Hanke-Schäfer (s.o.), S. 77: "Das Aleph stellt einen Höhepunkt Borgesianischer Erzählkunst dar. ... Die Erzählstruktur verändert sich in den Texten aus dem Aleph. Im Gegensatz zu der aus den Fiktionen, die von einem essayistischen Diskurs geprägt sind, herrscht im Aleph eine Fiktionalisierung der Realität vor. In der Erzählung Das Aleph ist der Ich-Erzähler identisch mit dem Autor, der seinen Namen, Borges, nennt. Es gibt keine Distanzierung zwischen Erzähler und Autor, das ist neu im Borgesianischen Diskus." |
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![[Babel]](babel.gif) |
Jorge Luis Borges: Die Bibliothek von Babel. Erzählungen. Reclam 1974; 79 S.; 4,00 DM = 2,05 € |
"Jemand setzt sich zur Aufgabe, die Welt abzuzeichnen. Im Laufe der Jahre bevölkert er einen Raum mit Bildern und Provinzen, Königreichen, Gebirgen, Buchten, Schiffen, Inseln, Fischen, Behausungen, Werkzeugen, Gestirnen, Pferden und Personen. Kurz bevor er stirbt, entdeckt er, daß dieses geduldige Labyrinth aus Linien das Bild seines eigenen Gesichts wiedergibt." Jorge Luis Borges zu Bibliothek von Babel. Mit den Erzählungen dieses Bandes (Bibliothek von Babel, Der Unsterbliche, Die kreisförmigen Ruinen, Die Begegnung, Der Süden, Tlön, Uqbar, Orbis Tertius) läßt sich gut und kostengünstig ein Einblick in Borges Erzählweise finden. |
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![[Apfel]](schrott.jpg) |
Jorge Luis Borges: Der Geschmack eines Apfels. Gedichte. Ausgewählt und herausgegeben von Raoul Schrott Hanser 1999; gebunden 134 S.; 26,00 DM = 13,29 € |
"Das poetische Gedächtnis, die Erinnerung, ist das, was Borges zum Schreiben bringt, nicht nur im Bewußtsein der eigenen vorhergehenden Generationen, sondern auch im Wissen um die jahrtausendealte Tradition der Literatur, die nichts als ihre Gegenwart ist. Bei jedem Lesen schreibt die Literatur sich neu, und jeder Schriftsteller - führt Borges in seinen Essays aus - erschafft sich seine eigenen Vorgänger; sein Werk verändert unsere Vorsellung von der Vergangenheit im gleichen Maß, wie es unseren Blick auf die Zukunft verändert. In diesem Sinn wurde Borges, in all seiner halsstarrigen Konservativität, modern." Raoul Schrott Zum 100. Geburtstag wurden die Gedichte (weitgehend der Gesamtausgabe entnommen) neu ausgewählt, mit Anmerkungen versehen und kommentiert. Leider ist hier das argentinische Original nicht beigefügt. |
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![[Traeume]](traeume.gif) |
Jorge Luis Borges: Das Buch der Träme. Fischer Taschenbuch 1994 241 S.; 16,90 DM = 8,64 € |
| "Dieser Band enthält Traum-Texte aus vier
Jahrtausenden, allen Weltliteraturen und nahezu allen heiligen Schriften der
Menschheit: hebräische, chinesische, arabische, hethitische Träume ebenso wie
solche antiker und moderner Autoren der abendländischen Sprachen. Es ist aber mehr
als eine bunte, faszinierende Anthologie. Borges hat gelegentlich die Literatur (und
künstlerisches Schaffen überhaupt) als zielgerichteten oder gelenkten Traum
bezeichnet und in seinem Buch der Träume nahezu alle Themen und Verfahrensweisen
der Literatur versammelt. Mehr als pure Blütenlese ist dieses Buch eine
Enzyklopädie des Erzählens."(Verlagstext) |
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Sekundärliteratur
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![[Zur Einfuehrung]](borgeinf.jpg) |
Adelheid Hanke- Schaefer:
Jorge Luis Borges zur Einführung. Junius 1999 175 Seiten; 24,80 DM = 12,68 € |
| Der Titel der Reihe ist Programm: eine (kurze) Einführung. Informativ, teilweise kritisch und mit solidem Hintergrund. Es werden Leben und vor allem Werk verständlich und fundiert nahegebracht. Sowohl die frühen Jahre des Ultraismus und Gauchismo wie auch die Metaphern und teilweise obskuren Bezüge auf entfernte Literaturen werden erläutert. Die Bibliographie ist einigermaßen aktuell. |
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![[Borges lesen]](default.gif) |
Gisbert Haefs u. Arnold Fritz (Hg.): Borges lesen. Fischer Taschenbuch Verlag 1991 160 Seiten; 9,80 DM = 5,00 € |
| Haefs hat sich als Übersetzer Borges einen Namen gemacht und zeigt mit seinem eigenen vielfältigen Werk seine Begabungen. Fritz hat 1997 die Sammlung Babylon herausgegeben. Sie beide wollen den Weg zu Borges Werk mit seinen verschlüsselten Anspielungen, vertrackten Bezügen und hintergründigen Humor den LeserInnen nahebringen. Dazu dient diese Sammlung von Aufsätzen mit Beiträgen u.a. von Fritz R. Fries, Octavio Paz, Marguerite Yourcenar und Borges über Borges. |
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Links zum Thema.
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Last updated: 19.08.1999.
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